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Detmolds wichtigste Biotope

Am 20. Juli 2018 hieß es in der Lippischen Landeszeitung „Der Heidenoldendorfer Postteich ist ausgelaufen“. Am 17. August, vier Wochen später, war in der LZ zu lesen: „10.000 Muscheln verenden im Postteich“.

Vier Wochen. Was hätte man in vier Wochen tun können, damit dieses Drama verhindert wird? Die politisch Verantwortlichen hatten bislang eine Idee: Den Postteich zu zuschütten. Die Abteilung Umwelt und Energie beim Kreis Lippe hat jetzt, anlässlich des Muschelsterbens, Stichproben genommen. Warum nicht schon vor vier Wochen, als der Teich noch nicht völlig ausgetrocknet war?

Eine Studie, im Jahr 2010 von der Stadt Detmold in Auftrag gegeben besagt, dass sich im Laufe der Jahre eine ortstypische Biozönose gebildet hat. Laut Landschaftsplan Nr. 9 der Stadt Detmold sei der Postteich das bedeutendste Amphibiengewässer im Stadtgebiet Detmold. Hier leben oder lebten muss es jetzt heißen: Erdkröten, Gras- und, Wasserfrösche, Teich- und Bergmolche.

Es ist erschreckend wie gleichgültig mit der Natur umgegangen wird, vor allem von denjenigen, die für sie Verantwortung tragen. Auch das NSG Oetternbach gehört zu den wichtigsten Biotopen Detmolds. Mal sehen welche Vorschläge diesbezüglich die politisch Verantwortlichen im Herbst auftischen. (ah)

Aktionsbündnis ist gemeinnütziger Verein

6.06.20178 Das bislang erfolgreiche Bürgerengagement im „Aktionsbündnis; Schützt Menschen und Tiere im Detmolder Westen“ wird noch längerfristig gebraucht werden. Die angekündigte Suche der Stadt Detmold nach neuen Gewerbeflächen an der Lageschen Straße macht das deutlich. So ist es die logische Konsequenz, das Bündnis zu stärken, in dem es zu einem als gemeinnützig anerkannten eingetragenen Verein wird. Den Zusatz „e.V. darf das Aktionsbündnis seit Anfang Juni tragen. Mitgliedsbeiträge und Spenden an den Verein können damit steuerlich geltend gemacht werden. Eine weiterer Meilenstein auf der Erfolgsleiter der Bürgerinnen und Bürger im Detmolder Westen. Zusammenhalt bewegt Vieles!

Ihre Spende an: „Aktionsbündnis: Schützt die Menschen und Tiere im Detmolder Westen e.V.“ Sparkasse Paderborn-Detmold
IBAN: DE 96 4765 0130 1010 0760 97                    BIC: WELADE3LXXX

Machen Sie mit bei unserer Spendenaktion 2018 „Jerxen-Orbker Sockenbaum“ siehe unter „Mitglied werden/Spenden“

Jerxen-Orbker-Sockenbaum: Spenden, Aussuchen, Anziehen, Wohlfühlen

Landwirtschaftlicher Kreisverband Münster: Demo gegen Flächenfraß

Den Bauern fehlen Ackerflächen, der Kreisverband Münster macht mobil. Im Stadtgebiet von Münster benötigen rund 600 Bauernfamilien Land und Boden als Produktionsgrundlage. Jährlich sind den Landwirten in den letzten zehn Jahren rund 100 Hektar Ackerfläche verloren gegangen. Das heißt pro Jahr ein Flächenverlust von 140 Fußballfeldern. Deshalb appellieren die Landwirte an die Politik, strategische Stadtplanung zu betreiben und die wertvollen Flächen für die Nahrungsmittelgewinnung zu schützen. Innenverdichtung, die primäre Nutzung von Konversionsflächen sollen hierbei oberste Priorität haben. Bevor neue Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen werden dürfen, soll die Stadt nachweisen, dass die innerstädtischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Notwendige Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen sollen gemeinsam mit Landwirten erörtert werden. Durch Aufwertung bestehender Naturschutzflächen könnten z.B. landwirtschaftliche Äcker geschützt werden. Im Rahmen der Kundgebung vor dem Münsteraner Rathaus wird eine Resolution an den Oberbürgermeister Markus Lewe und die Vertreter des Rates übergeben, die den Forderungen Nachdruck verleiht.

Beteiligen Sie sich an der Kundgebung. Treffpunkt: Mittwoch, 16. Mai 2018, um 16.00 Uhr, vor dem Rathaus auf dem Prinzipalmarkt. Alle Unterstützer sind willkommen.

Mehr siehe unter: http://www.wlv.de/kv-aktuell/muenster/2018/KV-Infoextra_HinweisDemo_16052018.pdf

Ornithologischer Sammelbericht 2017 des Kreises Lippe

7.05.2018 Für den Ornithologischen Sammelbericht 2017 des Kreises Lippe wurden mehr als 19.000 Datensätze ausgewertet. Die fast 70 Seiten umfassende Dokumentation der Biologischen Station Lippe e.V. enthält umfangreiche Beobachtungsdaten, Verortungskarten und Diagramme zu den Bestandsentwicklungen. Kommentare, erleichtern die Einordnung der Daten in einen größeren zeitlichen oder naturschutzfachlichen Kontext. Mehr dazu s. „NSG/Artenvielfalt“ -> Vögel

Der Kiebitz ist wieder da

25.04.2018 Wie jedes Jahr kehrt er zurück zu seinen Brutplätzen im NSG Oetternbach, eines der letzten Rückzugsgebiete in der Detmolder Region, für den immer seltener werden Vogel. Mehr dazu siehe unter „Pressemeldungen“.

Kiebitzmännchen auf Nahrungssuche auf der Ackerfläche „Balbrede“ nahe am NSG Oetternbach (Foto Helmut Krüger 25.04.2018)

LesensWert: Das große Verdrängen

12.04.2018 Warum die Menschheit trotz aller Warnungen mit Gutem gewissen auf die Klimakatastrophe zusteuert. Den Artikel von Dr. Andreas Meißner in der Süddeutschen Zeitung  s. u. „Presse allgemein“. Ein Interview (BR 2 vom 12.10.2017) mit dem Münchner Psychiater, Psychotherapeut und Umweltschützer finden sie hier:  http://www.mensch-was-nun.de/mediapool/59/596488/data/Interview_im_Notizbuch_12-10-17.mp3

Erfolg im Hauptverfahren:  Oberverwaltungsgericht erklärt Bebauungsplan „Balbrede“ für unwirksam

6.04.2018 Das Oberverwaltungsgericht Münster gab am 19. März 2018 den Bürgern erneut Recht und erklärte im Rahmen des Normenkontrollantrags den Bebauungsplan „Balbrede 23-06/1 wegen zahlreicher Mängel für unwirksam.

Damit blieben die Richterinnen und Richter des 2. Senats ihrem Urteil zur Einstweiligen Verfügung vom 29.12.2017 treu. Die Urteilsbegründung zum Normenkontrollantrag umfasst 34 Seiten. Die Ausführungen belegen eindeutig, die Nachlässigkeiten der Stadt Detmold im Rahmen des Bebauungsplans, die die Bürger mutig und unnachgiebig immer wieder den verantwortlichen Politikern vor Augen führten. Erfolg hatten sie damit bei den Politiker bislang keinen. Nun hat das Gericht entschieden und zwar für die Bürger und für die Natur.

Weiteres siehe unter „Presse“ und „Pressemeldungen“

Stadtentwicklungsausschuss: Trotz OVG-Urteil hält die Mehrheit an alten Gewerbegebietsplänen fest

Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagte am 7.02.2018 in der Detmolder Stadthalle. Alle Mitglieder erhielten vom Aktionsbündnis zuvor eine Kopie des Urteils vom Oberverwaltungsgerichts, um die Bildung einer eigenen Meinung ohne Einflussnahme von dritten und um einen einheitlichen Informationsstand zu ermöglichen.

Für die SPD erklärt Klaus Brand (Spork-Eichholz) und für die CDU Wilfried Mellies (Hiddesen), dass sie trotzt umfangreicher vom OVG festgestellter Mängel im Bebauungsplan Balbrede I an der Realisierung  des Gewerbegebietes festhalten wollen. FDP und Freie Wähler sind ebenfalls für die Gewerbeflächen. Sie alle hoffen auf die Möglichkeit der „Heilung“ des Bebauungsplans, was bei einem Bebauungsplan mit geringfügigen Mängel möglich wäre. Ob jedoch eine Heilung in diesem Fall realistisch ist bleibt fraglich. Das Urteil vom OVG im Hauptverfahren wird es zeigen.

Für das BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sprach sich Wulf-Dieter Hermann (Berlebeck) nach wie vor gegen das Gewerbegebiet an der Lageschen Straße aus. Elke Wittek (Detmold Zentrum) stellte die Frage in den Raum, ob nicht auch städteübergreifende Kooperationen in Bezug auf die Ausweisung von Gewerbegebieten zukünftig sinnvoller seien. Gegen das Gewerbegebiet sind auch Die Linken wie Evelin Menne (Detmold Zentrum) in der Sitzung deutlich machte und die Detmolder Alternative, wobei die zuletzt genannte Wählerinitiative jedoch nicht durch ein Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung vertreten ist. (s.a. unter „Presse“: Detmolder Kurier, Artikel vom 7.03.2018)

Das Gericht gibt den Bürgern Recht

7.02.2018 Das OVG Münster hat sich umfassend mit dem Bebauungsplan „Balbrede“ I auseinandergesetzt und zahlreiche Mängel entdeckt, die die Bürger bereits im Vorfeld der Klagen z.T. mehrfach in Form von Eingaben und Bürgeranträgen der Stadt Detmold mitgeteilt hatten. Da die Stadt Detmold die Beanstandungen nicht ernst nahm, blieb nur der Klageweg. Das Gericht gibt den Bürgern in den meisten Punkten Recht und weist die Stadt auf vielfältige sachliche Mängel und einige formale hin.

Bereits in der Zielsetzung sieht das OVG Mängel, da die Stadt Detmold nicht oder zu wenig geprüft hat, ob bei den bestehenden Lärmvorbelastungen (Verkehrs -und Gewerbelärm) in der Region überhaupt noch Lärmerhöhungen von den Anwohnern hingenommen werden können. Ganz im Gegenteil die Stadt Detmold hatte zum Ziel die maximal zulässigen Belastungswerte maximal auszuschöpfen, da wie sie schreibt die derzeitige Immissionssituation „noch nicht am Rande der Erträglichen“ liege. Hier sagt das Gericht klar, es genügt nicht, dass die Stadt in den Bebauungsplan schreibt, dass sie gesunde Wohnverhältnisse erhalten will, sie muss dafür auch konkrete Maßnahmen ergreifen. Konkrete Lärmschutzmaßnahmen zur Gesunderhaltung der Anwohner und zum Tierwohl im Rahmen des Artenschutzes sind im Bebauungsplan so gut wie nicht thematisiert.

  • Die Schalltechnische Untersuchung basiert ausschließlich auf Berechnungen und Annahmen, obwohl Vorbelastungen im Bereich Verkehrslärm von teilweise über 70/60 db(A) auf der B239 festgestellt wurden. Es fehlt an realen Messergebnissen vom bestehenden Verkehrs- und Gewerbelärm.
  • Im Rahmen der Verkehrslärmbelastung wurde weder bei dem bestehenden Belastungen noch im Rahmen der potenziellen Zusatzbelastungen (Erschließungsstraßen, neuer Kreuzungsbereich) ausreichend ermittelt.
  • Die Interessen der Anwohner, das heißt ihr Schutz vor Verkehrslärmbelastungen, wurde nicht ausreichend in den Blick genommen. Das Gericht kritisiert, dass die Stadt Detmold in ihrer Stellungnahme zu der Klageschrift der Kläger angegeben hat, dass diesbezüglich im Rahmen der Bauleitplanung nichts getan werden könnte.
  • Ungeklärt ist die Herkunft von der Zahl von 2.000 Kfz, die aufgrund des Gewerbegebietes „Balbrede“ täglich zusätzlich zu den 17.000 Fahrzeugen auf der B239 und zu den 6.000 Kfz auf der Orbker Straße hinzukommen sollen. Immerhin sind es 13% mehr an Kfz. Die Zahl wird nicht im Bebauungsplan genannt. Es ist auch nicht klar, ob sie nur für die „Balbrede“ gilt oder auch für die beiden anderen Gewerbebausteine „Peterskamp“ und „Oetternbrede“. Sollten für diese beiden Flurstücke noch extra Fahrzeuge anfallen, sei ungeklärt von wie vielen ausgegangen wird. Unberücksichtigt blieb auch der LKW-Anteil, der aber einfließen muss, da Lastwagen mehr Lärm verursachen als PKW’s.
  • Für die geplante Gewerbefläche Balbrede wurde Lärmkontingente gebildet: die lauten Betriebe (mit Lärmbelastungswerten von Industriegebieten) wurden mit einem Abstand von 7 Metern an das Naturschutzgebiet geplant. Die leiseren Betriebe sollten an die bereits laute B239 gebaut werden. Das Gericht sagt: Die Einteilung in Lärmkontingente stellt kein rechtmäßiges, d.h. wirksames und damit taugliches Mittel zum Lärmschutz dar. Der Anteil für Industriebetriebe in mit einer Fläche von 2,2 Hektar ist recht hoch. Da genau diese Betriebe an das Naturschutzgebiet grenzen drängen sich potenzielle Konflikte mit dem NSG und dessen dortigen Schutzielen förmlich auf.
  • Das die Verträglichkeit von einem Industrie-/Gewerbegebiet mit dem Naturschutzgebiet sichergesellt sei, ist schlicht falsch.
  • Die Ermittlung der Vorbelastung ist defizitär und weicht vom Regelverfahren ab. Es wurde rein fiktiv und rechnerisch ermittelt. Emissionsmessungen sind nicht einmal erwogen worden.
  • Die Gebäudehöhenplanung ist insgesamt unwirksam, da als Bezugspunkt eine (noch) nicht existierende Straße an genommen wurde. Ebenso wurden die 7 Meter Gefälle hin zum Naturschutzgebiet außer Acht gelassen.
  • Außerdem sei es fraglich, ob sie die Stadt Detmold auf eine Artenschutzuntersuchung hätte beschränken dürfen oder ob nicht eine FFH-Verträglichkeitsprüfung hätte erfolgen müssen.
  • Auch der Stadtrat wird vom OVG in den Blick genommen. Dazu später mehr.

Erster Erfolg vor Gericht

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat dem Antrag auf einstweilige Anordnung stattgegeben. Bis zu den Hauptverhandlungen führt das zum Baustop. Das Aktionsbündnis erhielt Kenntnis dazu am 4.01.2018 (s. Pressemeldung).

 

Zum Schutz der Natur

Erfolgreiche Demonstration am 17.09.2017!

Mehr als 120 Menschen auf der B239. So viele Menschen, die sich lautstark auf einer gesperrten Bundesstraße für den Schutz der Natur einsetzen, gab es in Detmold noch nie.
Auch Herrmann ließ es sich nicht nehmen dabei zu sein.

Artikel zur Protestaktion finden Sie unter dem Button „Presse“

Wer war Hermann?

Arminius (übersetzt „Hermann“ * um 17 v. Chr.; † um 21 n. Chr.) war ein Fürst der Cherusker (ein Volk der Germanen). In Germanien besiegte Arminius in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr. mit seinem Herr drei römische Legionen mit Hilfs- und Versorgungstruppen unter dem Senator und Feldherrn Publius Quinctilius Varus. Als Hermanns-, Varusschlacht oder Schlacht im Teutoburger Wald wurde diese vernichtende Niederlage der Römer bekannt. Seither gilt Arminius als Befreier Germaniens.
Im 7/8 Jahr n. Chr. heiratete Arminius Thusnelda (* um 10 v. Chr.; † nach dem 26. Mai 17) gegen den Willen ihres Vaters, den Cheruskerfürst Segestes. Thusnelda war einem anderen Mann versprochen, so dass Arminius sie entführte und ehelichte. Streitigkeiten folgten. Im Jahre 15 ließ ihr Vater sie hochschwanger entführen und auf seinen Gaugrafensitz bringen. Eine Belagerung von Arminius bliebt erfolglos. Segestes verständigte die Römern in Köln oder Xanten durch einen Gesandten. Der römische Feldherr Nero Claudius Germanicus marschierte ein und sprengte den Belagerungsring. Germanicus war der Großneffe des ersten römischen Kaisers Augustus und der Vater des späteren Kaisers Caligua. Segestes übergab Thusnelda an Germanicus. Er ließ sie nach Ravenna in Italien bringen, wo sie ihren Sohn Thumelicus gebar.

Im einem Triumphzug in Rom, zu Ehren des Germanicus am 26. Mai 17, wurden Thusnelda und Thumelicus als Trophäen vorgeführt, unter den Augen ihres Vaters Segestes. Danach verlieren sich die Spuren von Thusnelda und ihrem Sohnes. Arminius lieferte sich viele Schlachten und interne Stammeskonflikte. Verwandten ermordeten ihn im Jahr 21 n. Chr.