Presse allgemein

2018

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

5.11.2018 Stimmt wohl nicht immer. Schon vor 50 Jahren wurde vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Der „Club of Rom“ machte mit dem Buch „Die Grenzen des Wachstums“ bereits 1972 unmissverständlich deutlich, dass ein „Weiter so wie bisher“, das Aus für die Menschheit bedeuten kann. Und, wie soll es weitergehen?

SZ, Viel geforscht, wenig erreicht, 5.11.2018, Seite 17

SZ, 1,7 Erden, 5.11.2018, Seite 17

Natur: Was nichts wert ist, wird nicht geschätzt

22.10.2018 Der Natur muss ein Preisschild rumgehangen werden, damit der Mensch erkennt welchen Wert sie hat. Ist das der einzige Weg, um den Menschen bewusst zu machen wie wichtig die Natur für das Fortbestehen der Menschheit ist?  Jeden Tag sterben weltweit 130 Arten aus. In Deutschland werden jeden Tag 66 Hektar Fläche verbraucht, meist asphaltiert oder zubetoniert. Bedenkenloser Naturverbrauch, da es nichts kostet?

2007 hatte der indische Ökonom Pagan Sukhdev (heute Präsident der Word Wide Funde for Nature) beauftragt durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, bereits versucht die Kosten der Biodiversität zu beziffern. 2013 untersuchte Bernd Hansjürgens, Chef des Helmholz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig, wie teuer der Naturverbrauch für die Bundesbürger werden kann:

  • 2013 (26. Mai bis 2. Juni) fielen 22,76 Billionen Liter Wasser, wodurch die Flüsse über die Ufer traten. Die Hochwasserschäden an Elbe und Donau beliefen sich aus knapp sieben Milliarden Euro. Der Grund dafür ist, das Überschwemmungsgebiete, wie Auen fehlen. Sie wurden eingedeicht, kanalisiert und zu zementiert, die Flüsse begradigt. Heute versucht man die Fehler von gestern kostenaufwendig durch Renaturierung rückgängig zu machen, was dringend notwendig ist.
  • Häufig wird über Gebiete gestritten, die unter Schutz gestellt werden sollen, Stichwort Nationalparks. Das Team um Hansjürgens schätzt, dass der Nationalpark Bayerischer Wald durch Tourismus 10,6 Millionen Euro pro Jahr bringt, während die Forstwirtschaft 6,8 Millionen Euro verliert. Der Nationalpark bringt also 3,8 Millionen mehr.
  • Produkte im Wert von 1,1 Milliarden Euro hängen in Deutschland davon ab, dass Insekten Blüten bestäuben, errechnet Hansjürgens. Im Mai 2018 machte dieses Phänomen eine Supermarktkette deutlich. Sie räumte alle Produkte aus den Regalen, die fehlen würden sollte es keine Bienen mehr geben. 60% der Produkte von den knapp 2.500 Produkten aus dem Sortiment verschwanden aus den Regalen (Nahrungsmittel, Schokolade, Cremes, u.a. ).

Erste Überlegen zu dem ökonomischen Wert der Natur erfolgten 2007. Bislang fanden sie wenig Beachtung in der Öffentlichkeit. „Nur“ 11 Jahre später scheint der Endbericht von Bernd Hansjürgens „Naturkapital Deutschland“ mehr Aufsehen zu erregen. Setzt man zu den genannten Zahlen noch zwei andere ins Verhältnis, wird der Stoff geradezu brisant:

  • Der Energiekonzern RWE ist 11 Milliarden Euro wert, d.h.  ein einziges deutsches Unternehmen ist ein vielfaches mehr wert als die genannten Beispiele aus dem Deutschen Naturkapital. 4.600 Arbeitsplätze des Unternehmens hängen am Braunkohleabbau im Hambacher-Forst. RWE baut seit Jahren beständig Arbeitsplätze ab. 2017 waren es noch 59.547 Beschäftige europaweit (s.u.).
  • Der Klimawandel schreitet voran. Derzeit beträgt der Temperaturanstieg in NRW 1,1 Grad Celsius. Forscher raten den Anstieg unbedingt unter 1,5 Grad zu halten. 2040 soll die 1,5 Grad Schwelle erreicht sein (s. Button „Klimawandel“). Bis zum Worst Case (Schlimmster Fall) sind es noch 22 Jahre.

An der Natur hängen nicht nur ein paar tausend Arbeitsplätze, an ihr hängt der Erhalt der gesamten Menschheit. Hoffentlich werden die Bürger wach und aus dem Bericht „Naturkapital Deutschland“ wird mehr als nur ein kurzer Aufreger, wie so oft bei Themen dieser Art. Sehr viel Zeit bleibt nicht (ah).

LZ Das ist der Wert der Natur, 20./21.10.2018, Seite 21

Geschäftemacherei – RWE mit Lippe, OWL und NRW

11.10.2018 – Der riesige Konzern RWE mit einem Gesamtwert von 11 Milliarden EUR, mitverantwortlich für die Klimaerwärmung durch den Braunkohleabbau, hat eine Schlappe davon getragen. Das Oberverwaltungsgericht Münster gab am 5.10.2018 der Klage von BUND statt und stoppe die Abholzung des Hambacher-Forsts. Nun beschwert sich RWE über den wirtschaftlichen Schaden von einen „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ im Jahr ab 2019.

Im Jahr 2005 hatte RWE europaweit 85.928 Beschäftige, 2017 noch 59.547. RWE baut seit Jahren beständig Arbeitsplätze ab. Der Wert des Unternehmens steigt beständig. Soviel zu der sozialen Verantwortung von manchen Unternehmen in Deutschland.

Städte in Lippe und OWL „stützen“ den Konzern. Für 3.5 Millionen EUR hat Horn-Bad Meinberg jetzt gerade ein Gastnetzwerk von der RWE’s Tochterfirma „Innogy“ gekauft und will zukünftig kräftig an den Pachterträgen der Betreiberfirma „Westnetz“ mit verdienen, die wiederum eine Tochter von Innogy ist und damit zur RWE-Gruppe gehört. Und Paderborn ist auch oder war dick im Geschäft mit RWE:  Der Kreis Paderborn hält 1,274 Millionen Stammaktien des Unternehmens. Diese sind aktuell nur noch 24 Millionen EURO wert, 4 Millionen weniger als noch vor einer Woche, da die RWE-Aktien zeitweise über acht Prozent an Wert verloren haben. Die Beteiligung sei ein „strategisches Investment zur Sicherung der Daseinsvorsorge“, so erklärt Landrat Manfred Müller (CDU) die Beteiligung. Interessant ist auch die Verquickung mit dem NRW-Landtag. RWE bezahlt dem stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Gregor Golland von bis zu 120.000 Euro jährlich für einen Teilzeitjob als Kaufmännischen Angestellter (abgeordnetenwatch, veröffentl. 7.10.2018),  als Nebeneinkünfte. Golland ist ein einflussreiches Mitglied der nordrhein-westfälischen Regierungskoalition, die die Räumung des Hambacher Forsts angeordnet hatte. Auf seine Nebentätigkeit bei RWE hatte Greenpeace bereits im Jahr 2013 hingewiesen.

Wer hängt noch damit drin? Der Landschaftsverband Westfalen -Lippe hält 6,6 Millionen RWE-Aktien, mit einem derzeitigen Wert von 110 Millionen EUR, als reine Finanzbeteiligung argumentiert Matthias Löb (SPD) als Direktor des Verbandes. Der Verband denkt über einen Verkauf nach, wie es schon andere Städte wie Düsseldorf, Bochum, Gütersloh oder Landkreise wie Osnabrück, Siegen-Wittenstein bereits getan haben. Der Kreis Gütersloh hat seine Beteiligung auf wenige Aktien reduziert. Dortmund ist der größte kommunale RWE-Aktionär mit 4,1 Prozent Beteiligung. Wie ist das mit Aktionären? Sie wollen Gewinne machen und deshalb werden sie kaum etwas unternehmen was den Geldhahn beeinträchtigen könnte, auch dann nicht, wenn die Klimaschädigungen jedem eindeutig bekannt sind.

Am 13.10.208 „droht“ RWE. Der Rückgang der Braunkohle-Förderung werde nicht ohne Auswirkung auf die Beschäftigung bleiben, sagte RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz der „Rheinischen Post“. 4.600 Arbeitsplätze hängen am Hambach-Forst, davon 1.300 allein im Tagebau und 1.500 in der Veredlung der Braunkohle. Wie viele Arbeitsplätze am Ende gestrichen werden müssten, sei vorerst offen (ah). Weiteres siehe die unten stehenden Artikel.

LZ 10.10.2018, Seite 6 (von Martin Krause auch veröffentlicht in der „Neuen Westfälischen“ vom 10.10.2018)

LZ 8.10.2018, Seite 26

LZ 9.10.2018, Seite 4

 

LZ, 22.06.2018, Seite 5

 

LZ Kommentar,17.05.2018

Die Heimatzerstörer

Die Natur in Lippe wird ausgebeutet und mit Füßen getreten. Zukunftsträchtige Modell für die Region sind gefragt, anstatt an althergebrachten festzuhalten.  Ein Artikel von Frank Möller

 http://www.republiklippe.de/blog/2018/05/08/leitkultur-vs-heimat/

Flächenverbrauch in Bayern – Volksbegehen: Unterstützer werden immer mehr

Das Bündnis „Betonflut eindämmen“ repräsentiert eine halbe Million Menschen, die sich dafür engagieren den Flächenverbrauch von derzeit 10 Hektar am Tag auf 5 Hektar gesetzlich zu begrenzen. NRW hat derzeit eine gesetzlich festgelegte Begrenzung auf 5 Hektar Flächenverbrauch täglich. Die Landesregierung will mit dem „Entfesselungsgesetz“ den gedeckelten Flächenverbrauch wieder aufheben. Das wäre ein fataler Rückschritt für die Natur und den Artenschutz. (ah)

SZ 3.05.2018

Die Natur als Feind – Stimmen aus Bayern sagen ihre Meinung dazu

Leserbriefe aus der SZ 3.05.2018

Probleme verdrängen, darin ist die Menschheit besonders gut

SZ 12.04.2018

Süddeutsche Zeitung 8.03.2018

LZ 10./11.02.2018

LZ 16.01.2018

2017

Ein hervorragender WDR-Beitrag, den jeder hören sollte

Während in Deutschland über Einschränkungen für Dieselfahrzeuge diskutiert, gehen die Pläne von Konrad Otto-Zimmermann weiter. Er will die Zukunft der Mobilität in den Städten maßgeblich verändern. Konrad Otto Zimmermann, deutscher Umweltplaner und Verwaltungswissenschaftler in Detmold geboren.

http://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/147/1477069/wdr5neugiergenuegtredezeit_2017-09-20_nachhaltigestadtplanungkonradzimmermann_wdr5.mp3

WDR 5 Neugier genügt – Redezeit | 20.09.2017 | 28:29 Min. Moderation: Achim Schmitz-Forte

Lipp. Landes-Zeitung, Leserbrief vom 30.12.2017

 

Lipp. Landes-Zeitung 19.12.2017

Gesunde Umwelt

Süddeutsche Zeitung 23.11.2017

Zukunftsweisende Mobilität

Süddeutsche Zeitung 21.11.2017