Vögel

Vogelarten – Schon einmal im NSG Oetternbach gesehen?

Wer hätte das geglaubt bzw. gewusst: Der „Klapperstorch“, „Meister Adebar“, gastiert im NSG Oetternbach. Dieser Weißstorch auf dem Foto lebt allerdings in Polen. Seine Artgenossen sind aber im NSG Oetternbach zu finden belegt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (©LANUV). http://nsg.naturschutzinformationen.nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/LIP_083

Weißstorch, 2017, Polen, A. Heuwinkel-Otter

Wichtig für eine Artenschutzprüfung (ASP) sind die planungsrelevanten Arten. Sie umfassen eine naturschutzfachlich begründete Auswahl derjenigen FFH Anhang-IV-Arten und europäischen Vogelarten, die bei einer ASP in einer Art-für-Art-Betrachtung einzeln bearbeitet werden müssen. Das Fachkonzept wurde vom Bundesverwaltungsgericht gebilligt (vgl. BVerwG-Beschluss vom 08.03.2018, 9 B 25.17). Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), Leibnizstraße 10, 45659 Recklinghausen bietet auf sog. Messtischblättern Informationen zu planungsrelevanten Arten an. Die planungsrelevanten Arten für die Bereich Orbke, Nienhagen (z.T.), Heiden, Niewald, Oetternbremke befindet sich für im Quadrant 1 im Messtischblatt 4019 (s. Link).

http://artenschutz.naturschutzinformationen.nrw.de/artenschutz/de/arten/blatt/liste/40191

LANUV Messblatt 40191, Quadrant 1 (grün hinterlegt)

LANUV Messblatt 40191 ohne grüne Hinterlegung

Das NSG Oetternbach besteht aus drei Teilen. Die Detmolder und Lagenser NSG Anteile bestehen seit 2006, der Lemgoer Anteil seit 2009. Der Oetternbach, der das gesamte NSG durchzieht, bildet den Zufluss zum international bedeutsamen NSG „Hardisser Moor“ bei Lieme(Kennung LIP- 009). Es umfasst 29,84 Hektar.

  1. Detmold: Der Detmolder Teil mit Ausläufern in die Feldflure „Peterskamp“ und „Balbrede“ hat die Kennung LIP-087 und umfasst 108,32 Hektar.
  2. Lage: Nach dem „Peterskamp“ ab dem Flurstück „In der Heide“ erstreckt sich das NSG in Richtung Lage mit der Kennung LIP-083 . Das Lagenser Gebiet umfasst 103,51 Hektar.
  3. Lemgo: Ausgehend von den Flurstücken „Peterskamp u. Balbrede“ zieht sich das NSG weiter über Jerxen nach Lemgo. Der Lemgoer Teil hat die Kennung LIP- 099 und umfasst 5 Hektar.

Was die Vögel so machen, wer weiß das schon?

Der Weißstorch gehört zu den Zugvögeln. SZ 19.05-21.05.2018 „Wieder da“ von Thomas Krumenacker. Illustration: Silvia Neuner. Quellen: Max-PLamk-Institut für Ornithologie; Institut für Biologie der Unviv. Siegen; Institut für Vogelforschung; Waldrappteam, B.U. Meyburg

Der Schwarzmilan ist ebenfalls im NSG Oetternbach ansässig. Er gehört wie der Weißstorch zu den Zugvögeln. Zugvogelarten gibt es ca. 4.000, das sind etwa 40% aller Vogelarten. Um die Flugrouten und das Vogelverhalten zu erforschen sind allein in  Deutschland mehr als 20 Mio. Vögel mit Ringen markiert. Zunehmend werden moderne Techniken wie Radar und Satellitenüberwachung eingesetzt. Aktuelle Messdaten zeigen, dass der Wandel von Klima und Lebensräumen die Routen und Ziele der Zugvögel beeinflusst (s.o. SZ 19.05.-21.05.2018).

SZ „Wieder da“ s.o.

Wer hier sonst noch so herumfliegt, brütet oder Nahrung sucht, hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW untersucht. Es gibt ca. 50 Brut- und Gastvogelarten im NSG Oetternbach, die in der „Roten Liste“ als gefährdete Tierarten in Nordrhein-Westfalen gelten. Sie sind in einer Liste zusammengefasst (s. u. Link „Vogelarten“)

Die Fotos der Vögel in der Liste entstammen Wikipedia und sind mit der Webside Wikipedia verlinkt: Auf den Link klicken und die Liste wird sichtbar, Auf das Foto klicken und Wikipedia öffnet sich mit Angaben zu dem Urheber des Fotos und mit Informationen zu der Vogelart.

Vogelarten

In jeden Jahr kürt ein Experten-Team den „Vogel des Jahres“ in Deutschland. 2019 ist es die Feldleche (in dem geplanten Gewerbegebiet „Balbrede“ und „Peterskamp“) wurden im Jahr 2013 in einer Artenschutzprüfung 150 Exemplare belegt (s. Startseite). Die Feldlerche ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Deutschlandweit gibt es zwar noch 1,3 bis 2 Mio. Brutpaare, aber ein Drittel sind in den vergangenen 25 Jahren verschwunden. Deshalb wird die Feldleche zum zweiten Mal „Vogel des Jahres“, 1998 war sie es auch schon.

Der „Vogel des Jahres“ ist übrigens eine deutsche Erfindung, erstmals vergeben 1971 vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). 2017 war der Star „Vogel des Jahres“, auch ein Artgenosse auf der „Balbrede“.

BirdLife Schweiz wählte den auf der Roten Liste stehenden Kiebitz zum Vogel des Jahres 2019. Der Kiebitz gilt als Wahrzeichen für den Detmolder Westen und ziert deshalb das Logo vom Aktionsbündnis, wie der Oetternbach. In der Detmolder Region wird er immer seltener. Noch lebt der Kiebitz auf den Flurstücken „Balbrede“ und „Peterskamp“. Hier hat er optimale Bedingungen, Feuchtwiesen und Ackerflächen. Ein kurzes Video (5 Min.) auf Youtube zeigt was der scheue, ortstreue (kehrt zu seinem ursprünglichen Brutgebiet zurück) Kiebitz zum Überleben benötigt. Ursprünglich lebt er in Feuchtgebieten. Da feuchte Wiesen und Moore immer weniger werden, weicht der Kiebitz auf Ackerflächen aus, auf denen er Nahrung sucht und brütet. Er bevorzugt eine Brutmulde, von der er die Umgebung gut sehen kann. Das Weibchen legt bis zu vier Eier in der Zeit von April bis Juli. Nach 27 Tagen Brutzeit, bei der sich Männchen und Weibchen abwechseln, schlüpfen die Küken. Sie sind Nestflüchter und versorgen sich sofort selbst.  https://www.youtube.com/watch?v=qP3ArAZd5e0

Ornithologischer Sammelbericht 2017 des Kreises Lippe

19.000 Datensätze, zusammengetragen von fast ausschließlich ehrenamtlichen Vogelkundlern, wurden für den Ornithologischen Sammelbericht 2017 des Kreises Lippe ausgewertet. Die rund 70 Seiten umfassende Dokumentation der Biologischen Station Lippe e.V. enthält wichtige Daten zur Bestandsentwicklung. In 2017 büßte der Norderteich seine ehemals herausragende Bedeutung als Brutstätte und Rastgebiet für Wasservögel ein. Die lippische Weseraue erwies sich als Hotspot für Vogelkundler. Erstmals für Lippe wurde eine Brut der Mandarinente bekannt, bei Schwalenberg. Diese in China beheimatete Entenart wird seit einer Auswertung der Daten im Jahr 2004 in Lippe fast jährlich gesichtet, oft an denselben Gewässern (z.B. Heipker See in Leopoldshöhe). Erkunden Sie die Vogelwelt in Lippe und informieren Sie sich. Auch Daten zu der Vogelvielfalt rund um das NSG Oetternbach sind hier zu finden (z.B. Meschsee In Heidenoldendorf, Nienhagen, Iggenhausen, Zuckerteiche Lage, Heiden, Orbke). Link Biologische Station Lippe e.V.:

http://www.biologischestationlippe.de/fileadmin/user_upload/Sammlung/Download/Sammelberichte/Bericht2017-End_KorrMH.pdf

Fledermäuse – Sechs Arten auf den Flurstücken um die Balbrede

Die Artenschutzprüfung aus dem Jahr 2013 hat sechs Fledermausarten nachgewiesen. Die Karte auf der „Startseite“ zeigt die Fluglinien der Fledermäuse und macht deutlich, dass die gesamte Ackerfläche beflogen wird, sogar bis an die Lagesche Straße heran. Alle sechs Arten sind planungsrelevant und stehen auf der Roten Liste NRW. 

Abendsegler (R), Fransenfledermaus (*), Bartfledermaus (3), Mückenfledermaus (D), Zwergfledermaus (*), Wasserfledermaus (G)

Die Mückenfledermaus wurde erst im Jahr 2000 von englischen Forschern entdeckt. Sie stellt deshalb eine Besonderheit dar. In Deutschland gibt es 25 Fledermausarten. Fledermäuse gibt es seit etwa 50 Millionen Jahren. Sie sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Sie schlafen mit dem Kopf nach unten und sehen mit den Ohren mittels Echoortung. So können sie sich selbst in absoluter Dunkelheit orientieren. Das ist wichtig, denn sie sind nachtaktiv und suchen nach Insekten. Im Winter schlafen sie in Höhlen, Kellern oder Stollen und wagen sich nicht nach draußen. Seit den 1950er Jahren sind die Fledermausbestände in Deutschland dramatisch zurückgegangen. Ihrer Quartiere werden oft unwissentlich zerstört, z.B. Gebäudesanierung, Hohlraumversiegelung, Abriss alter Gebäude. In den Wirtschaftswäldern findet sich immer seltener alte Bäume und stehendes Totholz. Die Nahrungsgrundlage für die Fledermaus schwinde durch die industrialisierte Landwirtschaf. Sie bietet Insekten immer weniger Lebensraum, so dass die Fledermaus keine Beute mehr findet.

Legende der Roten Liste NRW

Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht)
Kategorie 2 (stark gefährdet)
Kategorie 3 (gefährdet)
D Datenlage unzureichend
R (extrem selten, deshalb gefährdet)
G (Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt; Gefährdung ohne Einstufung)
V (Vorwarnliste)
* nicht gefährdet

Informationen zum Bestand und Steckbriefe (Stand 2010): http://artenschutz.naturschutzinformationen.nrw.de/artenschutz/de/arten/gruppe/saeugetiere/list